Städtenetzwerk

Das Magdeburger Recht hat das Leben in vielen Städten Mittel- und Osteuropas über Jahrhunderte hinweg geprägt. Nicht wenige damals festgeschriebene Regeln und Gesetze sind bis heute in abgewandelter Form gültig. An die gemeinsamen Grundlagen dieses Rechts- und Wertesystems knüpft heute eine immer größer werdende Anzahl von Städten in Mittel- und Osteuropa an.

Einmal mehr wird damit deutlich, dass es Wertegemeinschaften und kulturelle Zusammenhänge sind, die Europa verbinden. Gleichsam wird hierdurch das zukunftsweisende Potential dieses Städtenetzwerkes deutlich. Seit dem Mittelalter pflegen die Städte des Magdeburger Rechtes ihre Kommunikation und Konsultation jenseits der obrigkeitlichen und staatlichen Diplomatie, um Konflikte zu lösen und rechtliche wie auch administrative Fragen im städtischen Leben zu beantworten.

Durch die Rückbesinnung auf diese historischen Verbindungen und durch den lebendigen Austausch in einem Europa der Städte kann das Netzwerk heute einen Beitrag zur weiteren Einigung Europas leisten und Lösungen zu aktuellen kulturpolitischen und sozialen Fragen liefern. In den letzten Jahren schlossen sich bereits einige Städte des Magdeburger Rechtes zusammen, um ihr bisheriges Erbe aufzuarbeiten, der Öffentlichkeit kundzutun und ihre gemeinsame Identität wiederzubeleben. Im Rahmen dieser Bemühungen fanden unter anderen folgende Veranstaltungen statt:

  • Konferenz „Europäische Städte des Magdeburger Rechts. Tradition. Erbe. Identität“ in Krakau 2006
  • Internationaler Forschungsworkshop “Die Auswirkungen des Magdeburger Rechts auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Ostmitteleuropa. Überlegungen zu einem europäischen Ausstellungsprojekt“ am Deutschen Historischen Institut in Warschau 2010
  • Konferenz “The European Route of the Magdeburg Law: Historical and Current Relations Between Cities“ in Vilnius 2013

Die historische räumliche Dimension des Magdeburger Rechtes umfasst große Teile Mittel- und Osteuropas und soll heute dazu beitragen, diese zu verbinden. Dadurch rücken die jüngeren Mitgliedsländer der EU und ihre Nachbarn verstärkt in den Fokus. Die gemeinsame Rückbesinnung auf ein Thema wie das Magdeburger Recht betont das Verbindende der verschiedenen Länder und fördert ihre Integration in die Europäische Union auf Grundlage gemeinsamer historisch gewachsener Werte.

Aus dem Netzwerk der Städte des Magdeburger Rechtes kann eine dauerhafte Plattform für den Austausch zwischen den Mitgliedern der historischen „Rechtsfamilie“ entstehen. Zudem kann auf der Grundlage des grenzüberschreitenden rechtlichen Erbes und der historischen Erfahrungen die Betrachtung des Magdeburger Rechtes Perspektiven für die Zukunft entwickeln und unser gemeinsames Europa um historisch-kulturelle Dimensionen bereichern.

Das 21. Jahrhundert wird auch als „Jahrhundert der Städte“ bezeichnet. Mehr Menschen als je zuvor leben in Städten. Städte wachsen und sehen sich neuen Herausforderungen gegenüber. Anknüpfend an die Zeit der Entstehung zahlreicher Städte in Mittel- und Osteuropa und an die Antworten, die damals auf bis heute aktuelle Fragen gegeben wurden, kann das Netzwerk einen gemeinsamen Beitrag zur Lösung kulturpolitischer und kommunaler Probleme in Europa leisten.

Eine sehr große Zahl von Städten, die einmal auf der Grundlage des Magdeburger Rechtes organisiert waren, existiert bis heute. Erfahren Sie in Zukunft auf diesen Seiten, was in diesen Städten auch im 21. Jahrhundert noch an das Magdeburger Recht erinnert und wie vielfältig sich die Städtefamilie entwickelt hat. Ein Netzwerk lebt durch den aktiven Austausch seiner Mitglieder und interessierter Menschen – seien Sie also zum gegenseitigen Kennenlernen und Besuchen eingeladen.

Die Städte des Städtenetzwerkes