1356 – Gründung eines Oberhofs in Krakau durch König Kasimir den Großen

Bereits 1257 wurde der polnischen Stadt Krakau von Herzog Bolesław V. das Magdeburger Recht verliehen, um deutsche Siedler zum Wiederaufbau der Stadt nach einem Mongoleneinfall zu bewegen. Eine solche Rechtsverleihung schloss in strittigen Rechtsfällen die Rechtseinholung aus Magdeburg mit ein, das heißt, dass zwischen Magdeburg und Krakau eine rechtliche Verbindung entstand. Daraus resultierte ein Einfluss der Magdeburger Schöffen auf die rechtlichen Verhältnisse der Krakauer Bürger – auch den polnischen Herzögen und Königen gegenüber. Um diesem entgegenzuwirken, gründete König Kasimir der Große 1356 einen eigenen Oberhof in Krakau, mit dessen Hilfe er die Anfragen nach Magdeburg unterbinden wollte. Auch wenn dieser Vorgang zunächst keinen nennenswerten Erfolg zeitigte, ist er doch ein Beispiel dafür, wie das Magdeburger Recht und der Magdeburger Schöffenstuhl zunehmend in Konflikt mit den Landesherren geriet, die um den Ausbau ihrer eigenen Herrschaft bemüht waren.